850 Jahre

Dünne

(1151 – 2001)

   

 

  

Dünne – Namen und Wappen

 

Im 12. Jahrhundert wurde unser Dorf "Dunnethe" oder "Dunnithe" genannt. Der Name leitet sich von den beiden Wortbestandteilen "Dun" = Hügel und "(h)ithi" = Heide ab. Er gibt Auskunft über die Lage der frühen Siedlung oberhalb der Elseniederung zwischen den Tälern des Gewinghauser Baches und des Ostbaches sowie über den Bewuchs; mit Heide bezeichnete man die sogenannte Mark, die als gemeinsamer Besitz der Markgenossen zum Vieheintrieb und zum Holzeinschlag diente.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das eher umständlich auszusprechende Wort "Dunnethe" mehr und mehr abgeschliffen. Die Quellen im 14. Jahrhundert überliefern "Dunnede". Im 15. und 16. Jahrhundert schreibt man überwiegend "Dunde" und "Dünde". Die heute gebräuchliche Lesart hat sich dann im Laufe des 17. Jahrhunderts durchgesetzt.

Das Grundwort "ithi" kommt auch in den Namen anderer Orte vor, z. B. in "Buginithi"-Bünde, "Lonithi"-Löhne, "Sylithi"-Siele und "Sinithi"-Senne. Für alle diese Orte wurden Siedlungsspuren aus der Bronzezeit nachgewiesen. Lässt sich daraus schließen, dass auch die Wurzeln von Dünne bis in diese Zeit zurück reichen?

Das Dünner Wappen zeigt im silbernen Schilde eine grün bewurzelte Eiche, an deren Stamm sich ein roter Herzschild mit gekreuzten Schlüsseln befindet.

Das Wappen wurde der damaligen Gemeinde Dünne am 10.2.1939 verliehen. Mit der Aufnahme des Eichenbildes folgte man dem Beispiel vieler anderer norddeutscher Wappen, auch wenn diese Baumart für Dünne als nicht besonders typisch gilt. Ursprünglich war im Herzschild ein Keulenwinkelkreuz dargestellt, das wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Hakenkreuz nach dem 2. Weltkrieg gegen die beiden Schlüssel ausgewechselt wurde. Die stellen das Wappenbild des Fürstbistums Minden dar, dem Dünne seit etwa dem 16. Jahrhundert bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts angehörte.

 

Wilhelm Meier-Peithmann